Durch Hamburgs Speicherstadt führen viele Brücken.
Hansestadt – 12/08/2017

Hamburg kulturell und kulinarisch entdecken

Die Hafenmetropole bietet eine fast unüberschaubare Anzahl an Sehenswürdigkeiten: viele Museen, Theater- und Konzerthäuser, die Reeperbahn, die Speicherstadt und natürlich jede Menge Restaurants

Lessing führte 1767 sein berühmtes Lustspiel Minna von Barnhelm erstmals im Hamburger Nationaltheater auf. Die Beatles starteten 1962 vom Star Club auf St. Pauli ihre Weltkarriere. Und Olivia Jones machte als Drag Queen auf der Reeperbahn die Travestiekunst gesellschaftsfähig.

Striptease oder Schwanensee, erotische Kunst oder die Werke flämischer Meister: In kaum einer anderen Stadt ist das kulturelle Leben so bunt und vielfältig wie in Hamburg. 150 Musikclubs gibt es, 80 Museen – und mehr als 45 Theater. Die Musicalszene ist, nach New York und London, die bedeutendste der Welt. Reich gemacht hat die Seefahrt die Stadt – und sie prägt bis heute ihr Bild. Rund 22.000 Schiffe laufen jährlich Europas drittgrößten Hafen an, davon 189 Kreuzfahrtschiffe mit 590.000 Passagieren. Ein Netz von Wasserläufen durchzieht die Stadt, vorbei an stolzen Bürgervillen, Parkanlagen und naturbelassenen Ufern.

Hamburg und sein Weltkulturerbe

Kanäle führen zu den backsteinernen Kontoren, die zusammen mit der Speicherstadt seit Mitte des Jahres Unesco Weltkulturerbe sind. Die Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Einmalig auch der 182 Hektar große Alstersee: ein Segel- und Surferrevier im Herzen der Stadt. Mit Cafés und Restaurants, Rad- und Joggingwegen sowie ausgedehnten Wiesenflächen. Hier wird Frisbee oder Boule gespielt und wenn das berühmte Hamburger Schietwetter es erlaubt, stehen Liegestühle zum Ausruhen und Abschalten bereit. Es ist übrigens besser als sein Ruf: An gerade mal 133 Tagen im Jahr regnet es in der Hansestadt, das sind 40 Regentage weniger als beispielsweise München aufweist.

Die Speicherstadt in Hamburg ist auch bei Nacht beeindruckend.

Die Speicherstadt in Hamburg ist auch bei Nacht beeindruckend.

 

WEITERE INFORMATIONEN

SHOPPING

Mehr als 120 Shops, 31 Restaurants und Cafés auf 30.000 Quadratmetern: Die Europa-Passage am Ballindamm ist eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren Europas. Groß ist auch die Zahl der Kaffeesorten, die in Burgs Kaffeerösterei seit 1923 geröstet werden: 100 stehen zur Auswahl, dazu Tee, Schokolade und Zubehör. Früh aufstehen müssen die Besucher des St. Pauli Fischmarkts: Ab 7.00 Uhr bieten die Marktschreier lauthals ihre Waren an. Das Angebot reicht von Fisch über Südfrüchte bis zu Antiquitäten und Souvenirs.

PARTY

Die Reeperbahn und die angrenzenden Straßen – der Kiez – besitzen die höchste Wirtshausdichte in Deutschland. Hamburger Originale und junges Partyvolk treffen sich in der 24-Stunden-Kneipe Zum goldenen Handschuh. Punk, Surf und Rock'n'Roll wird in der Cobra Bar aufgelegt. Rock- und Popkonzerte, Party- und Dancefloor am Standort des legendären Star Club gibt es in der Großen Freiheit 36, während die Siebziger und Achtziger Jahre im legendären Cult wiederaufleben.

Von den Landungsbrücken ist es nicht weit zur Reeperbahn.

Von den Landungsbrücken ist es nicht weit zur Reeperbahn.

 

Restaurants

Eismeerforelle mit Ossietra-Kaviar, Steinbutt auf grünem Spargel und Araguani-Schokoladen-Törtchen: Mit zwei Michelin-Sternen geadelt, kredenzt Thomas Martin in Jacobs Restaurant feinste Haute Cuisine. Von Labskaus über Gambas in Tempura bis zum Kaviar mit Schampus serviert der Fischereihafen Köstlichkeiten aus dem Meer – zu konkurrenzlosen Preisen. Kreative Hausmannskost stellt Tim Mälzer in seiner Bullerei auf die rustikalen Holztische. 

Hamburger Küche

Labskaus
Traditioneller Seemannsschmaus: Gewölftes Pökelfleisch, Rote Beete, Matjes, Zwiebeln und Kartoffeln. Darauf ein Spiegelei.

Finkenwerder Scholle
Sonntagsgericht der Hamburger: in Mehl gewendete und in Butter gebackene Scholle, dazu Schinkenspeck und Bratkartoffeln.

Der Große Hans
Ein Teig aus Gries, Eiern, Milch und Margarine wird im Wasserbad gegart und mit Backobst
serviert.

Aalsuppe
Das Resteessen (aal, plattdeutsch für alles) bekommt durch Backpflaumen und Schinkenknochen sein süß-deftiges Aroma.

Stint
Die winzige Lachsart wird in Roggenmehl gewendet und in Butter ausgebraten. Man isst sie mit Kopf und Schwanz.

 

Labskaus ist ein typisches Hamburger Gericht aus Fleisch und Fisch.

Labskaus ist ein typisches Hamburger Gericht aus Fleisch und Fisch.

KULTUR

1960 schrieb Gustaf Gründgens mit seiner Inszenierung des Faust Theatergeschichte – und noch heute gehört das Schauspielhaus zu einem der bedeutendsten in Deutschland. Weltruf genießen auch die Choreografien von John Neumeier am Hamburg Ballett. Komödien auf Plattdeutsch machten das Ohnsorg-Theater weit über Hamburg hinaus bekannt. Und auch beim Musical ist die Stadt führend: Mit dem TUI Operettenhaus, der Neuen Flora, den Theatern im Hafen und an der Elbe gibt es gleich vier große Spielstätten.